Bauwetter

Von Bauträgern und deren Verkäufern

Es ist schon lustig, was einem alles passiert, wenn man in Deutschland versucht sein Erspartes unter die Leute zu bringen und im Vorfeld in einem persönlichen Gespräch etwas mehr über ein geplantes Haus und das Grundstück erfahren möchte als eine mehr schlecht als recht gemachte Website.

Das einzige, was wir haben wollten, waren ein paar offizielle Pläne und eine Baubeschreibung, um damit die Finanzierbarkeit des Vorhabens im Vorfeld bei der Bank meines Vertrauens zu klären.

Es gibt dann tatsächlich Verkäufer die sich trotz mehrfachem nachfragen einfach nicht melden (komisch, die Hausangebote stehen bis heute noch im Internet). Dann gibt es Bauträger, bei denen das Haus im Prinzip günstig ist, jede Änderung am Grundriss oder der Innenausstattung (ich erinnere: wir wollen ja generationenübergreifend wohnen) Unsummen verschlingt. Natürlich werden dann diese Unsummen in die Berechnung der Verkäuferprovision mit einbezogen. Das grenzt schon an Abzocke.

Da wollen einem die Verkäufer den Keller ausreden. Man bräuchte “Wohnträume”, nur dann würde sich ein Keller lohnen. Hallo ? Wir sind 6 Leute ! Wir brauchen zur Nutzung des Kellers keine Wohnträume – die Räume sind schon von vornerein verplant. Iss klar ne, wahrscheinlich ist beim Verkauf eines Wintergartens mehr Provision drin.

Nach verschiedenen Gesprächen telefonierte ich mit Herrn Kirch von Kirch Wohnungsbau, dem Town & Country Lizenzpartner für den Raum Bergstrasse und Rhein-Neckar. Auf Town & Country war ich einerseits durch Inserate in Immoscout, aber auch durch ein richtig großes Plaket, das hier in Bensheim auf dem Rewe-Kundenparkplatz stand, aufmerksam geworden. Eigentlich ging ich mit der Einstellung “schon wieder so ein Lockvogel-Angebot – erst alles günstig und am Ende steht wieder das doppelte auf der Rechnung” in das Telefonat. Aber das Gegenteil war der Fall. Ich war sehr positiv überrascht. Als Resultat wurde ein Termin an einem Samstag in den Büroräumen in Worms vereinbart, unsere 3 Kinder sollten wir ruhig mitbringen, eine Kinderspielecke sei vorhanden und wir könnten dann unsere Vorstellungen über die eigenen vier Wände vortragen und wie wir eine Wohnung für die Oma integrieren könnten wir dann auch in Ruhe besprechen.

Der Anfang der Zusammenarbeit mit Kirch Wohnungsbau war gelegt.

Gerd

6 comments to Von Bauträgern und deren Verkäufern

  • Hallo liebe “Mit-Bauherren”,
    das ist ja mal ein vielversprechender Baublog-Start. Schöner Schreibstil! :) Das macht Lust auf mehr und wir werden regelmäßig mal reinschauen wie es bei Euch voran geht.

    Nicht von kleinen Problemchen runterziehen lassen und den Spaß am Bauen nicht vergessen!

    Viele Grüße aus Isernhagen,
    Sandra & Thomas

  • Heyho,

    Es gibt ja doch noch neue TC-Blogger! Wurde auch mal wieder Zeit :-)
    Wir wünschen Euch viel Erfolg und starke Nerven!

    Viele Grüße aus Jülich,
    Micha und Melanie

  • Gerd Müller

    Momentan glaube ich noch wenn wir die Finanzierung unter Dach und Fach haben, ist alles klar :-)

    Stellt sich heutzutage nicht so einfach dar, wie wir dachten …

    Aber wie sagt schon Bob der Baumeister:

    Und los geht’s!
    An die Arbeit!
    Können wir es schaffen?
    Ok, kein Problem!
    Yo, wir schaffen das!

    Bob der Meister!
    Können wir das schaffen?
    Bauarbeiter!
    Yo, wir schaffen das!

    Grüße von der heute leider verregneten Bergstrasse,
    Gerd

    PS.: Hat Barack Obama eigentlich das “Yes we can” von Bob the Builder geklaut oder umgekehrt ? :-)

  • Na dafür sind die Bauzinsen aber auch ~1% niedriger als letztes Jahr, also so in etwa 100 Eur weniger Zinsbelastung im Monat oder 12.000 Eur auf 10 Jahre…

  • Schon bemerkenswert was Ihr erlebt habt. Wir nehmen uns gerade erst das bauen vor, die ersten Beratungsgespräche wurden vereinbart. Ich bin mal echt gespannt was bei rauskommt. Ich denke aber gerade am Anfang kann man nur lernen und ist jedes mal ein bissl schlauer ;-)

  • Gerd Müller

    Hallo,

    viel Erfolg ! Ich habe vor ca. 17 Jahren eine Eigentumswohnung gekauft, habe mich damals stellenweise einfach über den Tisch ziehen lassen und wusste immerhin von dem her schonmal ansatzweise wo was man falsch machen kann. Außerdem hatten meine Eltern gebaut und ich wusste schon recht genau, was für mich bei einem Haus wichtig ist und was ich sicher anders machen würde.

    Meiner Meinung nach bei der Planung eines Hauses das wichtigste: Geht davon aus, dass ihr das Geld, was ihr reinsteckt, so nie wieder rauskriegt – bestenfalls reicht das Geld aus dem Verkauf für einen Platz im betreuten Wohnen. Also plant das Ding so, dass ihr die nächsten 30 bis 40 Jahre drin wohnen könnt. Lasst erstmal Sachen weg, die ihr vielleicht in 10 bis 15 Jahren nachrüsten könnt. So ein Haus muss eh laufend gepflegt und gehegt werden. Berücksichtigt andere Familienumstände (was passiert, wenn aus dem geplanten zweiten Kind auf einmal Zwillinge werden, gibt es dann noch eine Raumreserve ?), andere Lebensumstände (was ist, wenn ich in 10 Jahren einen Super-Job mit Home-Office kriegen kann, gibt es dann noch eine Raumreserve ?). Ein Haus sollte sich daran anpassen können (evtl. mit kleineren Umbauten).

    Wenn Euch ein Finanzierungsberater erklären will, dass man so ein Haus problemlos (womöglich noch mit Gewinn!) wieder verkaufen kann und mit dem Geld dann ein anderes bauen kann: sucht Euch einen anderen ! Das mag in Einzelfällen gut klappen, im Regelfall aber nicht! Der Staat sorgt schon neuen Vorschriften dafür, dass heute gebaute Häuser in 20 Jahren nicht mit Gewinn verkauft werden können.

    Grüße,
    Gerd

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